Win 7 für SSD optimieren

Dieser Artikel beschreibt einige Tipps, Tweaks und Einstellungen mit denen man die eigene SSD schonen, und gleichzeitig das System beschleunigen kann. Da durch den Einsatz von Flash-Speicherzellen bei der Solid-State-Drive die Magnetplatter abgelöst wurden, ergeben sich einige Besonderheiten in der Verwendung. Darauf sollte mach sein OS einrichten, da jede Zelle der SSD nur begrenzt beschreibbar ist. Danach kann nur noch endlos oft gelesen werden.

 

Indizierung abschalten

Durch die Indizierung läuft die Suche nach Dateien wesentlich schneller, dies belastet aber unsere SSD unnötig und verursacht viele Schreibzugriffe, die unsere Flash-Zellen „abnützen“

  • im Windows – Startmenü auf Computer (oder Win + E)
  • Rechtsklick auf das SSD-Laufwerk; Eigenschaften; „Zulassen, dass für Dateien…“ abwählen

 

Defragmentierung abschalten

Auch die Defragmentierung ist bei einer SSD überflüssig und führt zu unnötigen Schreibzugriffen, was sich negativ auf die Lebensdauer auswirkt.

  • Rechtsklick auf „Computer“; Verwalten (oder direkt in Windows Suche „Dienste“ eingeben)
  • den Dienst „Defragemntierung“ auswählen und unter im Kontextmenü die Eigenschaften öffnen
  • Unter „Starttyp“ den Wert „Deaktiviert“ einstellen

 

Prefetch und Superfetch deaktivieren

Prefetch ist dafür zuständig, dass häufig verwendete Daten auf den vorderen (schneller lesbaren) Teil einer Festplatte eingelagert werden.
Superfetch lagert häufig verwendete Daten & Programme direkt in den Arbeitsspeicher ein. Beides ist bei der Lesegeschwindigkeit einer SSD unnötig.

  • Start; in das Suchfeld „regedit“ eintragen (oder Win+R; „regedit“)
  • Im Registry-Editor nun auf der linken Seite zum Verzeichnis HKEY_LOCAL_MACHINE wechseln
  • Unterverzeichnis: „SYSTEM\CurrentControlSet\Control\Session Manager\Memory Management\PrefetchParameters“ öffnen
  • Im Ordner „PrefetchParameters“ sind nun im rechten Fenster Einträge („Schlüssel“) zu sehen
  • Die beiden Einträge „Enable Prefetcher“ und „Enable Superfetch“ durch Doppelklick öffnen
  • Den Wert jeweils von 1 auf 0 abändern.

 

Windows Timestamp deaktivieren

Jede Datei die unter Windows erstellt wird erhält bei jeder Verwendung einen Timestamp (=Änderungszeit).
Da dies aber jeweils einen Schreibzugriff bedeutet, kann dies  deaktiviert werden. Jedoch führt dies auch dazu, dass „Geändert am“-Sortierungen nicht mehr möglich sind, da nicht mehr aktualisiert wird.

  • Start; Ausführen (Win+R)
  • „cmd“ eingeben und darauf achten, dass unten der Haken bei „als Administrator ausführen“ gesetzt ist.
  • Eingabe: „fsutil behavior set disablelastaccess 1″
  • Besätigen und mit dem Befehl „exit“ die Konsole beenden

 

Auslagerungsdatei auf HDD verschieben

Dies ist nur möglich, wenn neben der SSD als Systempartition noch eine HDD (Magnetspeicher) verbaut ist. Wenn dem System der Arbeitsspeicher ausgeht, werden Daten in einer „Auslagerungsdatei“ auf der Festplatte gespeichert. Das völlige Deaktivieren kann bei größer Systemauslastung zu Problemen führen. Die bessere Alternative: SSD schonen und auf eine „Zweitfestplatte“ ausweichen.

  • unter „Computer“; Rechtsklick und im Kontextmenü auf „Eigenschaften“
  • den Punkt „Erweiterte Systemeinstellungen“ auswählen
  • im Abschnitt „Leistung“ auf „Einstellungen“
  • in die Lasche „Erweitert“ wechseln und dort auf Einstellungen klicken
  • „Auslagerungsdateigröße“ abwählen
  • Systemfestplatte (meist C:) auswählen; „keine Auslagerungsdatei“ einstellen
  • HHD (Zweitfestplatte) auswählen (zB D:) und dort benutzerdefinierte Größe festlegen
  • es kann der empfohlene Wert weiter unten übernommen werden

 

Tools

Intel SSD Toolbox (für Postville und Co. ein absolutes Muss!)

Crystal Disk Mark (kleines und handliches Tool zum Testen der Lese- und Schreibgeschwindigkeit)

Crystal Disk Info (umfangreichere und wesentlich detailliertere Version von Crystal Disk Mark)

 

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  1. hallo
    das meiste macht Windows 7 automatisch und der Tipp mit den CPU Kernen ist völlig falsch:

    http://www.pc-experience.de/wbb2/thread.php?threadid=29785

    • Hallo Hennerk!
      Das „Meiste“ macht Windows 7 bereits automatisch richtig.
      Die Punkte im Artikel sind aber davon ausgenommen und tragen unter Anderem entscheidend dazu bei, die Abnutzung der SSD zu verringern. Das hat auch Garnichts damit zu tun, dass die SSD nicht „richtig“ benutzt wird. Windows 7 achtet einfach von selbst nicht darauf ob es auf einer SSD läuft und verursacht so aus meiner Sicht unnötig viele Schreibprozesse die das Medium schneller als notwendig abnützen. ZB eine Indizierung bzw. Defragmentierung ist auf Flash-Medien unnötig & kontraproduktiv.

      Bezüglich der Prozessoranzahl hast du natürlich recht. Es geht aber im Artikel nicht darum den Windows-Start zu beschleunigen. Vielmehr habe ich es bereits erlebt, dass durch dubiose „Optimierungstools“ bzw „Error-Doctors“ dort etwas verstellt wurde und zB 1 Core ausgewählt war.

      Da dies nichts mit der SSD zu tun hat, habe ich den Artikel dementsprechend editiert. Danke für deinen Hinweis!

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