Runtastic: macht Sport „funtastic“?
… dies zumindest verspricht der Slogan des Unternehmens.
Es handelt sich um ein ehemaliges Start-Up aus dem österreichischen Linz, welches sich rasch steigender Beliebtheit erfreut.
In diesem Artikel wollen wir darauf eingehen warum das so ist, was die Webseite und die verschiedenen Anwendungen können, wo ihre Stärken und Schwächen liegen und erörtern ob sich eine Anschaffung bzw. Gold-Mitgliedschaft lohnt.

 

Was bietet Runtastic?

Grundsätzlich handelt es sich um eine Webseite auf der man Routen anlegen kann und darauf aufbauend seine sportlichen Aktivitäten wie Laufen, Walken, Radfahren usw. erfassen. Diese Aktivitäten werden dann auf den Servern gespeichert und können mit Zusatzinformationen versehen werden. Durch Angaben wie Temperatur, Wetter, Gefühl beim Laufen und kurzen Notizen werden die Aufzeichnungen wesentlich individueller und aussagekräftiger.

Aus den Angaben über gebrauchte Zeit und der über eine Karte erfassten Route werden automatisch Geschwindigkeit und Kalorienverbrauch ermittelt.

Grundsätzlich kann man also sagen, es handelt sich um ein Portal zur Aufzeichnung von sportlichen Aktivitäten und Leistungen und trägt so zur Koordination des Trainings bei und fördert gleichzeitig die Motivation.

 

Welche Applikationen gibt es?

Das manuelle Eintragen der sportlichen Aktivitäten ist zwar nett, aber mit einem App geht es noch wesentlich genauer und komfortabler:

Grundsätzlich gibt es jeweils 3 verschiedene Apps: runtastic (Laufen), cyctastic (Radfahren), walktastic (Gehen, Walken) und runtastic Wintersports. Zusätzlich unterscheiden sich die Apps in „Lite“ (kostenlose Versionen) und „Pro“ (Kaufversionen). Diese Programme stehen für Apples iDevices, Android, Blackbarry und Windows 7 Phone zur Verfügung. Zusätzlich gibt es Anwendungen für Sport-Uhren.

 

Funktionen der Lite-Applikationen:

  • Aufzeichnung von Distanz, Zeit, Tempo u.v.m via GPS
  • Karten-Darstellung der Route
  • Aktivitäten im runtastic Sportportal, auf Facebook & Twitter teilen

 

Zusatzfunktionen der Pro-Applikationen für EUR 4,99:

  • Sprachausgabe (DE, EN, FR, ES, IT) zu Aktivitäten (zb über Kopfhörer zusätzlich zum iPod)
  • Keine Werbung in der App
  • iPod-Integration in der App
  • Wettbewerbe erstellen (gegen sich selbst oder andere Läufer antreten)
  • GeoTagging
  • Pulsmessung (mit Zubehör)
  • Live Tracking (Freunde können den Lauf in Echtzeit auf FB verfolgen)

 

Pro / Contra:

  • Sprachausgabe unterstützt unterm Lauf die gewollte Geschwindigkeit zu finden und zu halten und motiviert ungemein.
  • Informationen wie Tempo, zurückgelegte Distanz und verbrauchte Kalorien werden angenehm über die iPod-Musik gelegt und sind eine gute Quelle der Motivation.
  • iPod Integration macht es möglich Musik zu hören und gleichzeitig Informationen zu erhalten.
  • recht günstiger Preis von EUR 4,99
  • Streckendatenerfassungen am Smartphone sind teilweise ungenau, oder brechen inmitten des Laufes ab. Kurven werden häufig „geschnitten“ so dass aus einer 10km-Runde gerne einmal 9,4km werden und somit weder Tempo, noch Strecke oder Kalorienverbrauch korrekt ermittelt werden können.
  • Will man eine genaue Statistik müssen Daten trotzdem wieder auf der Webseite eingetragen werden.

 

Fazit:

Grundsätzlich ist die Idee von Runtastic eine sehr gute und brauchbare. Die Motivation sich selbst laufend zu überbieten und zu steigern wird durch die genauen Aufzeichnungen und Angaben der Seite deutlich gestärkt. Es macht einfach Freude sich zuhause am Notebook diverse Routen zu suchen und diese dann im echten Leben zu bezwingen.

Bei der Frage ob die Pro-Version der mobilen Anwendung EUR 4,99 wert ist, muss man jedoch differenzieren. Erneut sind die Vorteile grundsätzlich durchaus den Preis wert, da jedoch die Genauigkeit des GPS-Systems vor allem im Bereich des Laufens und Gehens seine Grenzen aufgezeigt bekommt muss im Endeffekt jeder Nutzer selbst entscheiden wie wichtig ihm die oben genannten Bonus-Features sind.

Übrigens: Um die volle Funktionalität der mobilen Apps nutzen zu können, sollte zumindest ein iPhone 3GS oder äquivalent verfügbar sein, da die laufenden Messungen, Aufzeichnungen, Berechnungen und das parallele abspielen von Musik doch recht hardwareintensiv sind.

Ein sehr klares Fazit lässt sich jedoch über die „runtastic GOLD Mitgliedschaft“ ziehen. Nur für einige erweiterte Statistiken, Erlass der Werbung, den „Premium-Support“ und unbegrenzten GPX-Download sind mindestens EUR 4,99 (auf 1 Jahr gebunden) ziemlich happig und unserer Meinung nach nicht zu befürworten.

 

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  1. Als Neuling in der SmartPhone-Szene bin erst jatzt auf deise kleine Programm gestoßen und habe die Debatte verfolgt. Zum einen sollte man die Texte der anderen so genau lesen, dass man sich bei der Erwiderung nicht so schrecklich vertut, wie bei den Kosten. Nei, es sind nicht 5 EUR Pro Jahr sondern ca. 5 EUR pro Monat für die „Gold“ Version. Der Betrag wäre ja durchaus akzeptabel, wenn die erfasste Werte auch wirklich einigermaßen stimmen würden. Wenn Abweichungen von 10% und ggf. noch mehr die Daten verzerren, dann sind auch 5 EUR im Monat zu viel. Mit de facto geschätzten Werten kann ich nicht viel anfangen, sie würden bestenfalls eine sehr grobe Tendenz zeigen. Wer wie ich sportliche Aktivitäten berufsbedingt in der lichtarmen Jahreszeit auf Hometrainer oder Studio beschränken muss, wäre für mich die Einbindung der Werte einer Pulsuhr wesentlich nutzbringender und würden auch bei Outdoor-Aktivitäten die Ungenauigkeit bei der Streckenlänge kompensieren. Solange das nicht möglich ist, werde ich auf das kostenpflichtige „Gold“ verzichten, denn es ist in meinen Augen eine teure Vergoldung eines nicht wirklich brauchbaren Werkzeuges 😉

  2. Hallo zusammen,

    ich verwende runtatstic pro seit ca. 6 Monaten. Die Idee der App ist toll, jedoch macht die ungenaue Messung der Strecke alles zunichte. Die Abwichung beträgt im Schnitt 10%, da gerade Strecken sehr oft als Zick-Zack Kurs gemessen werden.
    Was nützt mir eine App zur Leistungsmessung, wenn die Daten derart ungenau sind? Antwort: Gar nichts! Ich korrigiere jedesmal die Gesamtzeit manuell. Die jeweiligen KM-Zeiten bleiben aber falsch in der Aufzeichnung stehen.
    Resumeé: Schade darum! Gute Idee – schlechte Umsetzung!

  3. Sehe ich ähnlich – 5 Euro sind doch nun wirklich ein Witz, von „happig“ kann man da nun absolut nicht sprechen.
    Meiner Meinung nach wären 5 Euro auch für die Lite-Variante zu wenig. Ist mir unerklärlich warum bei Smartphone-Apps soviel Software völlig unter Wert angeboten wird. Da sollte vllt. mal mehr mit Demo-Versionen gearbeitet werden statt schon vollfunktionsfähige Software für lau anzubieten.

  4. Schönes Review aber warum nur muss ich in letzter Zeit so häufig lesen, dass man Entwickler bloß nicht für ihre Arbeit entlohnen sollte?

    Ihr treibt es mit dem Zitat:
    „Ein sehr klares Fazit lässt sich jedoch über die “runtastic GOLD Mitgliedschaft” ziehen. Nur für einige erweiterte Statistiken, Erlass der Werbung, den “Premium-Support” und unbegrenzten GPX-Download sind mindestens EUR 4,99 (auf 1 Jahr gebunden) ziemlich happig und unserer Meinung nach nicht zu befürworten.“

    wirklich auf die Spitze.

    Warum ist es „nicht zu befürworten“ für eine offensichtlich sehr gute Software ein klein wenig Geld zu bezahlen? 5 Euro im Jahr ist nun wirklich nicht unangemessen. Nicht mal ein Sparmenü bei McDonalds bekommt man dafür.

    Entscheidend hierbei ist doch, dass man eben nicht für die Zusatz-, sondern für die Grundfunktionalität bezahlt. Die Zusatzfunktionalität ist sozusagen ein kleiner Bonus für all diejenigen, die einsehen, dass auch Softwareentwicklung Geld kostet.

    Software wächst nicht auf Bäumen Leute. Und wenn ihr in Zukunft noch professionell entwickelte SW nutzen wollt, gesteht den Entwicklern doch bitte einen kleinen Ausgleich zu.

    • Hi Leute! Grundsätzlich habt ihr mit den Kommentaren recht. Jedoch wurde meine Formulierung „5€ auf ein Jahr gebunden“ missverstanden. Die Gebühr ist 5€ pro Monat 12 Monate (= 60€ Jahr) Aktuell kosten 3 Monate € 19,90, 6 Monate € 35,90 und 1 Jahr ist in Aktion statt € 59,90 für € 44,92 (- 25%)

      Somit glaube ich, dass die Gebühr nur für die Gold-Mitgliedschaft schon sehr sehr teuer ist. Wo ich jedoch zustimmen kann, ist dass die Lizensgebühr für das App zu günstig ausfällt.

      lg Roland

    • Hi Roland,
      danke für deine rasche Stellungnahme. 5 Euro/Monat sind natürlich schon ein wenig Geld, ja.

      Trotzdem störe ich mich immer noch an deiner Formulierung: „[..] nicht zu befürworten“. Ich denke, grundsätzlich ist es in der Tat zu befürworten, für eine genutzte Leistung auch zu zahlen. Und damit meine ich wie gesagt nicht nur die erweiterte, sondern bereits und vor allem die Grundfunktionalität.

      Vielleicht wäre es an der Stelle einfach sinnvoller, auf die Kosten im Jahr hinzuweisen (das vermeidet dann auch unsere Fehlinterpretation), bei der Bewertung jedoch neutral zu bleiben und diese Entscheidung den Lesern zu überlassen.

      Die „Geiz ist Geil“ Mentalität weiter zu fördern bringt auf Dauer niemandem etwas.

    • Grundsätzlich hast du nicht unrecht. Jedoch mache ich nicht die Produkte. Ich vergleiche, teste und versuche Unterschiede herauszustreichen. Ich finde auch, dass die Grundfunktionen etwas kosten dürften; wenn der Hersteller diese jedoch kostenlos anbietet, ändert dies das Verhältnis drastisch. Werde trotzdem an einer Revision des Artikels arbeiten. Danke für deine Meinung!

    • Hi Roland,
      erst mal finde ich es super, dass du dich der Kritik annimmst!

      Dass die Hauptfunktionalität mit der kostenlosen Funktionalität zusammenfällt, ergibt sich einfach aus kostenloser Konkurrenz am Markt, bzw. einer Konkurrenz, die das gleiche Modell verfolgt (alles kostenlos bis auf ein paar Premiumfeatures – Freemium).
      Bei diesem Typ Software fällt das Verhältnis aus kostenlosen vs. bezahlten Funktionen leider so ungünstig aus, dass man auf die Premiumfunktionen im Prinzip nicht angewiesen ist. Möchte man sie doch nutzen, können die 5 Euro im Monat tatsächlich etwas hoch erscheinen. Doch wie gesagt, stellen sie eher etwas wie einen Bonus für Bezahlkunden dar.

      Du sagst, dass sich das Verhältnis ändert, wenn der Hersteller die Grundfunktionalität kostenlos anbietet.
      Der Hersteller hat erst mal das Problem, dass er seine SW ohne Freemium-Modell aufgrund der Konkurrenz, die das gleiche Konzept verfolgt, nicht absetzen könnte.
      Er hat also im Endeffekt keine andere Wahl, als die Hauptfunktionalität kostenlos anzubieten. Es sei denn alle Hersteller würden sich auf ein Bezahlmodell auch der Hauptfunktionen einigen. Dies wird nicht passieren.

      Warum nun die SW nun wertmäßig höher bemessen werden sollte, wenn der Hersteller auch für die Hauptfunktionen einen Preis verlangt, ist mir absolut nicht klar.

      Ich denke der entscheidende Unterschied liegt einfach in der Erkenntnis, dass auch kostenlos angebotene SW eben nicht ohne Kosten produziert werden kann. Fällt der Lohn der Entwickler weg, wird es derlei SW in Zukunft einfach nicht mehr geben.
      Im Prinzip finanzieren alle Premiumkunden die kostenlosen Nutzer mit. Jeder Nutzer, der die SW also kostenlos verwendet, sollte wenigstens ein Interesse daran haben, die Anzahl der Premiumkunden nicht zu schmälern.

      Jetzt kann man natürlich sagen, die SW existiert, sie funktioniert, ich brauche nicht mehr, was interessieren mich da noch die Entwickler?
      Auf kurze Sicht mag das funktionieren, auf lange Sicht wird es jedoch die Qualität der SW mindern, denn billig produziert es sich selten gut und irgendwo muss das Geld nunmal herkommen…

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